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Bodenfruchtbarkeit und Düngung in unseren Olivenhainen

Marc Mayer Olivenbauer auf dem Peloponnes Griechenland Marc Mayer | 10.06.2026

Angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Trockenperioden im Süden des Peloponnes haben wir ein eigenes Düngemanagement entwickelt. Die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens ist dabei die Grundlage für gesunde Bäume und eine gute Ernte. Wie wir unsere rund 800 Olivenbäume das ganze Jahr über mit Nährstoffen versorgen, zeigen wir in diesem Beitrag.

Blick über eine artenreiche Wiese mit gelben Wildblumen und saftigem Gras zwischen alten Olivenbäumen im Süden Griechenlands
Sichtbarer Erfolg: Durch Humusaufbau und organische Düngung wachsen wieder deutlich mehr Wildblumen und Kräuter im Hain – ein Zeichen für einen gesunden Boden.

Organische Grunddüngung & Humusaufbau

Wir erleben im Süden Griechenlands immer trockenere und heißere Sommer. Temperaturen von über 40 °C und lange Perioden ohne Regen sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Unsere Olivenhaine werden nicht künstlich bewässert. Deshalb spielt der Boden für uns eine entscheidende Rolle für Ernteertrag, Wachstum und Widerstandsfähigkeit der Bäume.

Nur wenn im Boden ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist, können die Bäume Nährstoffe aufnehmen. Deshalb bringen wir jedes Jahr organische Materialien unter die Bäume. Der Aufbau von Humus braucht Geduld, denn es dauert viele Jahre, bis sich Bodenstruktur und Humusgehalt sichtbar verbessern.

Diese organischen Dünger setzen wir in unseren Olivenhainen ein:

  • Blattkompost aus Olivenblättern
  • Kuhmist von unserem Nachbarn Giorgos
  • Ziegen- und Schafmist von Fotis
  • Ergänzend: organische Pellets
  • Schnellverfügbare Brennnesseljauche

So entsteht nach und nach ein Boden, der Regenwasser besser speichern kann und die Olivenbäume auch in trockenen Sommern versorgt.

Ein rotes Kunststofffass im Olivenhain, in dem frische Brennnesseljauche als natürlicher Stickstoffdünger angesetzt wird
Schnell verfügbare Nährstoffe: In diesem Fass setzen wir frische Brennnesseljauche an, um unsere Olivenbäume im Frühjahr natürlich mit Stickstoff zu versorgen.

Unsere Erfahrungen mit Gründüngung

Auch mit Gründüngung haben wir erste Versuche gemacht. Sie gilt im ökologischen Olivenanbau als eine effektivste Methode zur langfristigen Bodenverbesserung. Die Idee war, mit Lupinen und Phacelia zusätzliche Biomasse zu erzeugen, den Boden zu lockern, Stickstoff zu binden und so den Humusaufbau zu unterstützen.

Unter unseren klimatischen Bedingungen ist das allerdings nicht so einfach und das Zeitfenster ist sehr begrenzt. Ausreichend Regen gibt es meist nur von November bis April, und ab Mai müssen die Flächen aus Brandschutzgründen gemäht sein.

Im Herbst 2024 haben wir es dennoch nach den ersten Regenfällen mit Lupinen versucht. Leider blieb danach der Regen für mehrere Wochen aus und ein großer Teil der Saat vertrocknete. Gründüngung hat bei uns bisher nicht funktioniert.
Trotzdem bleiben wir dran und versuchen es weiter.

Förderung des Bodenlebens

Neben der Düngung achten wir auch auf das Bodenleben. In einem gesunden Boden arbeiten viele Mikroorganismen daran, Pflanzenreste wie Grasschnitt, Blätter oder kleine Zweige abzubauen. Dadurch können die Nährstoffe von den Wurzeln der Olivenbäume besser aufgenommen werden. Man kann sich das ein wenig wie auf einer Baustelle vorstellen: Je mehr Arbeiter gleichzeitig arbeiten, desto schneller geht die Arbeit voran.

Um diesen Abbau zu unterstützen, setzen wir belüfteten Komposttee an und bringen diesen im Herbst sowie im Frühjahr aus. Damit reichern wir den Boden zusätzlich mit Mikroorganismen an, die die Zersetzung organischer Materialien beschleunigen.

Mittlerweile sehen wir die Veränderungen auch an unseren Bäumen. Sie treiben kräftiger aus, haben ein satteres Blattgrün und wirken insgesamt vitaler.

Griechischer Olivenbauer: Herstellung von Komposttee zur Förderung von Mikroorganismen im Boden.
Lebendiger Boden: Wir stellen belüfteten Komposttee her, um den Boden mit nützlichen Mikroorganismen anzureichern und so den Abbau organischer Materialien zu beschleunigen.

Nährstoffversorgung bei trockenen Böden

In den trockenen Frühjahrs- und Sommermonaten stoppt die Nährstoffaufnahme über die Wurzeln fast vollständig, da die nötige Bodenfeuchtigkeit fehlt. Um die Bäume in dieser Phase dennoch zu versorgen, stellen wir auf eine Blattdüngung um.

Wie wir unsere Bäume versorgen:

  • Blüte (März/April): Wir nutzen selbst hergestellte Pflanzen-Fermente. Diese liefern Stickstoff, Kalium, Bor und wichtige Spurenelemente, die die Blütenentwicklung fördern.
  • Ölbildung (August): In der Hauptreifezeit benötigt der Baum verstärkt Kalium und Magnesium. Hier setzen wir selbst hergestellte Knochenfermente auf Apfelessig-Basis ein. Diese fördern die Öleinlagerung in unseren Koroneiki-Oliven.

So bekommen die Bäume auch in trockenen Monaten die Nährstoffe, die sie brauchen.

Ein Olivenbauer bringt mit einem Schlauch belüfteten Komposttee auf dem grünen, bewachsenen Boden unter den Olivenbäumen aus
Belebung des Bodens: Wir bringen unseren selbst angesetzten Komposttee direkt unter die Bäume aus. So reichern wir den Boden gezielt mit Mikroorganismen an, die den Humusaufbau und die Nährstoffaufnahme unterstützen.

Was wir in unseren Olivenhainen beobachten
Durch den Aufbau von Humus und die Förderung des Bodenlebens wachsen zwischen den Olivenbäumen wieder deutlich mehr Wildblumen und Kräuter. Sie ziehen viele Insekten an und bringen wieder mehr Leben in den Hain. Für uns ist das ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Davon profitieren auch letztendlich die Qualität unseres Taste of Koroni Olivenöls. Mehr über unsere Olivenhaine und unsere Arbeit vor Ort erfahren Sie hier.