Salz erfüllt bei der Olivenherstellung mehrere Aufgaben gleichzeitig. Es konserviert die Früchte, unterstützt die Fermentation und trägt dazu bei, dass die Oliven ihre natürliche Bissfestigkeit behalten. Wird der Salzgehalt zu stark reduziert, werden die Früchte häufig weicher und müssen oft mit einem höheren Essiganteil stabilisiert werden. Wir halten uns an einen Salzgehalt von etwa 6 bis 8 Prozent, weil sich dort Geschmack, Textur und Haltbarkeit in einem ausgewogenen Verhältnis befinden.
Schwarze Oliven Herstellung und Verarbeitung
Marc Mayer | Aktualisiert 08.06.2026
Die Herstellung natürlich gereifter schwarzer Oliven ist ein langsamer Reifeprozess. Erst durch die mehrmonatige Entbitterung und Fermentation in Salzlake entwickeln sie ihr typisches Aroma. Gleichzeitig unterscheiden sie sich in vielen Punkten von industriell geschwärzten Oliven.

Warum sind frische Oliven so bitter?
Direkt vom Baum ist eine Olive ungenießbar. Das liegt am Polyphenol Oleuropein — einem natürlichen Bitterstoff, der die Frucht vor Fraßfeinden und Umwelteinflüssen schützt. Besonders unreife Früchte sind sehr bitter. Erst wenn das Oleuropein abgebaut wird, verlieren die Oliven ihre Bitterkeit.
Wie schnell das geht, hängt von der Methode ab. Industriell lässt sich der Prozess mit Natronlauge auf wenige Stunden verkürzen. Wir tun das nicht. Wer tiefer einsteigen möchte, findet in unserem Oliven-Wissen alle wichtigen Themen rund um Oliven.
Die Ernte der Kalamata Tafeloliven
Unsere Kalamon Oliven wachsen in der Region Messenien auf unterschiedlichen Höhenlagen. Das bedeutet: Die Ernte beginnt nicht überall gleichzeitig. Je nach Standort starten wir im September, manchmal auch erst im Oktober. Geerntet wird erst dann, wenn die Oliven ihre typische dunkelviolette Farbe angenommen haben und das Fruchtfleisch die richtige Festigkeit hat.
Kalamon Oliven sind Tafeloliven, keine Öloliven. Deshalb achten wir bereits bei der Ernte auf eine möglichst schonende Behandlung der Früchte. Kleine Druckstellen oder Verletzungen der Schale werden oft erst nach mehreren Monaten sichtbar und können dazu führen, dass einzelne Oliven später aussortiert werden müssen. Deshalb ernten wir von Hand mit Erntekämmen und Netzen.
Nach der Ernte werden die Oliven nach Größe sortiert und in Meersalzlake eingelegt. Alle traditionell hergestellten Bio-Kalamata Oliven finden Sie in unserer Kategorie griechische Oliven.

Entbitterung und Fermentation in Salzlake
Eine 10- bis 12-prozentige Meersalzlake bedeckt die Früchte vollständig. Ein Gitter hält sie unter der Oberfläche. Das ist wichtig: Oliven, die mit Sauerstoff in Kontakt kommen, nehmen während der Fermentation Schaden — an der Oberfläche beginnt sonst Schimmel zu wachsen.
Was dann folgt, braucht Zeit. Milchsäurebakterien bauen Oleuropein schrittweise ab, der pH-Wert sinkt, die Lake konserviert die Früchte auf natürlichem Weg. Kein Laugebad, keine chemischen Beschleuniger. Nur Salz, Zeit und Geduld.
Je nach Reifegrad der Ernte dauert dieser Prozess sechs bis zehn Monate. In dieser Zeit entwickelt die Kalamon Olive ihr fruchtiges leicht herbes Aroma. Die dunkelviolette Farbe entsteht dabei ganz natürlich während der Reifung am Baum und ist kein Ergebnis künstlicher Färbung.
Wässern, Sortieren und Abfüllen der Oliven
Nach der Fermentation werden die Oliven gewässert, um den Salzgehalt von 10–12 Prozent auf etwa 6–8 Prozent zu reduzieren. Wir hören manchmal, dass Oliven zu salzig seien. Das Salz ist bei dieser Methode unabdingbar und wichtig für Bissfestigkeit und Haltbarkeit. Wird der Salzgehalt zu stark gesenkt, werden Oliven weich. Sechs bis acht Prozent ist der Punkt, an dem Geschmack, Biss und Haltbarkeit zusammenpassen.
Haben die Oliven den richtigen Salzgehalt, beginnt die letzte Kontrolle von Hand. Früchte mit Druckstellen oder kleinen Rissen in der Schale werden jetzt aussortiert.
Anschließend wird abgefüllt: in frischer Lake, in nativem Olivenöl extra oder mit Kräutern mariniert. Ein kleiner Anteil Weinessig unterstützt die Haltbarkeit und Festigkeit zusätzlich. Daraus entstehen unsere verschiedenen Varianten:
Natürlich gereifte und geschwärzte Oliven im Vergleich
Nicht jede schwarze Olive im Regal hat das hinter sich, was wir beschrieben haben. Viele werden grün geerntet und anschließend durch kontrollierte Oxidation dunkel gefärbt — gleichmäßig tiefschwarz, wie es in der Natur nicht vorkommt. Die dunkle Farbe entsteht durch Oxidation und wird anschließend häufig mit Eisen-II-Gluconat (E579) oder Eisen-II-Lactat (E585) stabilisiert.
Das ist kein verbotenes Verfahren. Aber es ist ein anderes Produkt. Wie genau die industrielle Schwärzung funktioniert, lesen Sie in unserem Ratgeber Warum werden schwarze Oliven gefärbt?
Fermentierte Oliven vs. industriell geschwärzte Oliven
| Merkmal | Fermentierte Oliven | Industriell geschwärzte Oliven |
|---|---|---|
| Erntezeitpunkt | Vollreif | Grün |
| Farbe | Dunkelviolett, braun bis schwarz, uneinheitlich | Gleichmäßig tiefschwarz |
| Entbitterung | Natürliche Fermentation in Salzlake | Häufig Laugebad oder Schnellverfahren |
| Reifezeit | 6–10 Monate | Wenige Tage bis Wochen |
| Aroma | Fruchtig, leicht herb | Milder, weniger komplex |
| Konsistenz | Fest und fleischig | Gleichmäßig fest |
| Zusatzstoffe | Keine | Häufig E579 oder E585 |
Häufige Fragen zur Herstellung schwarzer Oliven
Warum sind Oliven so salzig?
Warum sind manche Oliven fest und andere weich?
Die Festigkeit von Oliven hängt vom Reifegrad, dem Erntezeitpunkt und der Verarbeitung ab. Mit zunehmender Reife steigt der Wassergehalt im Fruchtfleisch, wodurch die Olive weicher wird. Früh geerntete Oliven sind deshalb fester als vollreife Früchte. Auch eine längere Fermentation oder die Lagerung in Olivenöl führt im Laufe der Zeit zu einer weicheren Konsistenz.
Was bedeutet der kleine Schnitt an der Seite der Olive?
Der kleine Schnitt ist ein traditionelles Verfahren zur schnelleren Entbitterung, das vor allem bei grünen Tafeloliven angewendet wird, die bereits nach wenigen Wochen verzehrfertig sein sollen. Durch den Einschnitt wird die Frucht geöffnet, sodass der Bitterstoff Oleuropein schneller austreten kann. Dadurch verkürzt sich die Entbitterungszeit deutlich. Nach dem Einlegen werden diese Oliven häufig mit Zitrone, Knoblauch oder wildem Throubi mariniert. Bei unseren Kalamon Oliven kommt dieses Verfahren nicht zum Einsatz. Sie fermentieren vollreif und unversehrt über mehrere Monate in Salzlake.
Woran erkennt man echte schwarze Oliven?
Natürlich gereifte schwarze Oliven sind selten gleichmäßig gefärbt. Sie zeigen oft Farbübergänge von Dunkelviolett über Braun bis nahezu Schwarz. Diese natürliche Unregelmäßigkeit ist kein Qualitätsmangel, sondern ein Hinweis auf den Reifeprozess am Baum. Tiefschwarze Oliven mit vollkommen einheitlicher Farbe sind dagegen häufig industriell geschwärzt. Ein Blick auf die Zutatenliste schafft Klarheit: Enthält das Produkt E579 oder E585, wurden die Oliven nachträglich geschwärzt.
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