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Olivenöl erhitzen: Darf man damit eigentlich braten?

Aktualisiert 18.02.2026  | von Marc Mayer | Taste of Koroni

Olivenöl ist Dreh- und Angelpunkt der Mittelmeerküche und der als besonders gesund geltenden mediterranen Ernährung. Doch auch in unseren Breiten ist Olivenöl als Bestandteil einer bewussten Ernährung nicht wegzudenken – vor allem in der kalten Küche. Doch darf man Olivenöl erhitzen? Die Antwort ist: Ja! Wir erklären Ihnen, was Sie beim Ist natives Olivenöl zum Braten geeignet beachten sollten.

Olivenöl zum Braten - Verwendungstipps in der Küche

Ob Olivenöl zum Braten geeignet ist, kommt auf die Sorte an.

Das Wichtigste in Kürze: Ist Olivenöl hitzebeständig und zum Braten geeignet?

Die Antwort ist ja! Die Antwort ist ja! Warum sollte man auch kein Olivenöl zum Braten verwenden können, wo doch im gesamten Mittelmeerraum seit jeher mit Olivenöl gekocht, gebraten und sogar frittiert wird? Wenn Sie für Ihre Küche ein hochwertiges griechisches Olivenöl kaufen, hängt es dennoch stark von der jeweiligen Sorte ab, ob das Olivenöl erhitzbar ist oder nicht:

  • Kaltgepresstes, natives Olivenöl bzw. natives Olivenöl extra dürfen Sie zum Kochen und Braten verwenden. Es besteht zu etwa 76 Prozent aus einer einfach ungesättigten Fettsäure, der Ölsäure.
  • Raffiniertes Olivenöl ist unbedenklich zum Braten, Kochen und Frittieren bis 216 Grad Celsius geeignet. Es wird heiß gepresst und anschließend raffiniert. Durch diesen Prozess verliert es zwar einige seiner wertvollen Inhaltsstoffe, ist aber auch deutlich hitzestabiler als native, kaltgepresste Öle.
  • Ungefiltertes, naturtrübes Olivenöl raucht bereits ab 130 Grad Celsius und sollte daher nicht höher erhitzt werden. Zum Braten ist dieses Öl daher ungeeignet, da hier deutlich höhere Temperaturen entstehen. (1)

Auch der Erntezeitpunkt der für das Öl verwendeten Oliven spielt eine Rolle bei der Hitzebeständigkeit. Je früher die Oliven geerntet werden, desto weniger darf das Öl erhitzt werden.

  • Frühe Ernte (Early Harvest): Öle aus noch grünen Oliven zeigen Aromen von frisch geschnittenem Gras, Kräutern und grüner Banane. Diese Öle sind ideal für den kalten Genuss und sollten nicht erhitzt werden.
  • Späte Ernte: Reife, dunkelviolette bis schwarze Oliven ergeben ein milderes Öl mit sanfter Fruchtigkeit, weniger Bitterkeit und Schärfe. Diese Öle passen gut zu warmen Speisen und sind auch zum Kochen und Braten geeignet.

Der Rauchpunkt: Wie hoch darf man Olivenöl erhitzen?

Haben Sie schon einmal Speiseöl erhitzt und den Topf oder die Pfanne auf dem Herd vergessen? Dann wissen Sie bestimmt, wie stark die Rauchentwicklung von heißem Öl sein kann. Der sogenannte Rauchpunkt bezeichnet die Temperatur, ab der ein Öl beim Erhitzen sichtbar Rauch entwickelt

Die flüchtigen Bestandteile, wie Wasser und freie Fettsäuren verdampfen dabei und das Öl beginnt zu rauchen. Die chemische Struktur des Öls verändert sich, es verliert an Qualität. Zudem werden giftiges Acrolein und Acrylamid sowie gesundheitsschädliche Transfette gebildet. Hierin begründet sich das falsche Vorurteil, dass Olivenöl zu erhitzen giftig ist und der Mythos, Olivenöl zum Braten wäre krebserregend.

Olivenöl zum Braten - Verwendungstipps in der Küche

Die maximale Temperatur von Olivenöl wird durch den Rauchpunkt bestimmt.

Sie möchten beim Braten nicht auf den unverkennbaren Geschmack von Olivenöl verzichten? Dann sollten Sie einfach den Rauchpunkt und damit die für das jeweilige Olivenöl maximale Temperatur kennen:

  • Kaltgepresstes, natives Olivenöl erreicht seinen Rauchpunkt bei ca. 180 Grad Celsius. Das unserer Koroneiki-Olivenöle liegt sogar bei 190 Grad. Zum schonenden Garen von zartem Fleisch, Fisch, Kartoffeln oder Gemüse reicht diese Temperatur im Regelfall völlig aus.
  • Raffiniertes Olivenöl ist deutlich hitzestabiler als native, kaltgepresste Öle und hat daher auch einen höheren Rauchpunkt. Das Öl ist daher unbedenklich zum Scharf-Anbraten von Fleisch und zum Frittieren bei über 200 Grad Celsius. Der Rauchpunkt liegt bei ca. 216 Grad.
  • Ungefiltertes, naturtrübes Olivenöl raucht ab ca. 130 Grad Celsius und sollte daher nicht höher erhitzt werden. Verwenden Sie dieses Öl deshalb nur in der kalten Küche oder zum Abschmecken bzw. Würzen warmer Speisen. Zum Braten und Frittieren ist es gänzlich ungeeignet.

Tipp: Erhitzen Sie den Topf oder die Pfanne zunächst ohne Olivenöl und geben Sie das Öl kurz vor dem Bratgut hinzu. Dadurch wird verhindert, dass das Öl zu schnell heiß wird, zu rauchen beginnt und sich durch das Erhitzen des Öls wertvolle Inhaltsstoffe verflüchtigen.

Rauchpunkt von Olivenöl im Vergleich zu anderen Fetten

Olivenöl lässt sich also je nach Sorte durchaus erhitzen, besitzt aber einen Rauchpunkt zwischen 130 und 200 Grad Celsius. Wie sieht es mit anderen Fetten aus? Diese Tabelle zeigt Ihnen einen Vergleich: 

Erdnussöl (raffiniert) 232 °C
Sojaöl (raffiniert) 232 °C
Sonnenblumenöl (raffiniert) 232 °C
Olivenöl (raffiniert) 216 °C
Butterschmalz 205 °C
Kokosöl 197 °C
Rapsöl (kaltgepresst) 130–190 °C
Olivenöl (nativ extra) 130–190 °C
Butter 166 °C
Olivenöl (ungefiltert, naturtrüb) 130 °C

Wie bestimmen Sie die Temperatur in der Pfanne?

Damit das Öl nicht zu heiß wird und Sie problemlos mit Olivenöl braten können, sollten Sie die ungefähre Temperatur in der Pfanne kennen. Es gibt ein paar einfache Tipps und Tricks, wie Sie diese bestimmen können.

  • Geben Sie ein kleines Stück Brot in die Pfanne. Wenn das Öl darum kleine Bläschen bildet, dann hat es eine mittlere Temperatur erreicht.
  • Wenn Sie höhere Temperaturen benötigen, dann bringt der Wassertest Gewissheit: Tropfen Sie etwas Wasser ins Öl – wenn es trocken prasselt, haben Sie die Maximaltemperatur für kaltgepresstes Olivenöl, also ca. 180 Grad Celsius, erreicht.

Die meisten Speisen – zartes Fleisch, Fisch und Gemüse – können Sie problemlos bei dieser Temperatur braten. Zum Frittieren empfehlen wir die Verwendung von raffiniertem Öl. 

Testen Sie die Temperatur mit dem Stiel eines hölzernen Kochlöffels: Hat das Öl die optimale Hitze erreicht, bildet es kleine Bläschen. Alternativ können Sie auch einfach ein Küchenthermometer verwenden.

Warum ist Braten mit Olivenöl gesund?

Olivenöl ist sehr gesund und wird als wichtiges Nahrungsmittel für ein langes Leben angepriesen. Das Geheimnis liegt in den wertvollen Inhaltsstoffen von extra nativem Olivenöl, denn es enthält viel Vitamin E und einen hohen Anteil an Polyphenolen. (2)

Polyphenole sind Bitterstoffe, denen eine entzündungshemmende, antioxidative und blutdruckregulierende Wirkung nachgesagt wird. Sie schützen nicht nur unsere Zellen, sondern bewahren auch die Nährstoffe beim Bratvorgang. 

Dass mit Olivenöl zu braten ungesund sei, ist also ein Mythos. Denn genau das Gegenteil ist der Fall – vorausgesetzt das Öl wird nicht überhitzt.

Woran Sie einen hohen Polyphenolgehalt erkennen

Ein hoher Polyphenolgehalt im Olivenöl zeigt sich in einer grünen Farbe sowie im typischen bitteren Geschmack und der leichte Schärfe von hochqualitativem Olivenöl. Je bitterer das Öl, desto mehr Polyphenole sind darin enthalten. Deshalb ist Öl aus jung geernteten Oliven besonders gehaltvoll und gesund. 

Frische Koroneiki Oliven aus Griechenland - bestes Olivenöl nativ extra

Koroneiki-Olivenöl ist besonders gesund und auch erhitzbar

Auch bestimmte Olivensorten enthalten mehr Polyphenole als andere, beispielsweise die Koroneiki-Olive. Diese griechischen Oliven sind besonders Aroma-intensiv, weshalb ihr Öl zu den besten der Welt gehört. Koroneiki-Olivenöl ist reich an Ölsäure – der wichtigsten einfach ungesättigten Fettsäure im Olivenöl.

Fazit

Sie sehen, Sie können Olivenöl bedenkenlos zum Kochen und Braten verwenden. Das ist weder ungesund noch schadet das Erhitzen den wertvollen Inhaltsstoffen, sofern die Temperatur nicht zu hoch wird.


Für die warme Küche verwenden wir selbst unser mild-fruchtiges Koroneiki-Olivenöl aus eigener Ernte. Es verträgt Hitze gut und behält auch in der Pfanne sein volles Aroma.

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Olivenbauer

Über den Autor

Marc Mayer ist Olivenbauer und spezialisiert auf nachhaltige Bodenpflege. Gemeinsam mit seiner Frau bewirtschaftet er seit 2013 rund 800 Koroneiki-Bäume und produziert sortenreines Olivenöl. Mit Pflanzenjauchen und Gründüngung stärkt er die Bodenfruchtbarkeit und Wasserspeicherung seiner Haine. Seine eingelegten Kalamata-Oliven wurden 2018 beim Great Taste Award in London mit drei Sternen ausgezeichnet. Als Selbstversorger pflegt er zudem einen eigenen Gemüsegarten.

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