Marc Mayer | 21.02.2026
Manche Menschen empfinden ungefiltertes Olivenöl als geschmackvoller, andere vermuten einen Qualitätsmangel, wenn sie Sedimente am Flaschenboden entdecken. Erfahren Sie hier, welche Filtermethoden es gibt und welche Auswirkungen die Filtrierung auf Qualität, Rauchpunkt und die Haltbarkeit von nativem Olivenöl extra hat.
Was schmeckt besser - ein ungefiltertes Olivenöl oder ein gefiltertes?
Zur Olivenölherstellung werden die Oliven gewaschen und zu einem Olivenbrei zerkleinert. Anschließend wird der Olivenbrei gepresst oder mittels einer Zentrifuge geschleudert. Was übrig bleibt, ist ein ungefiltertes trübes Olivenöl. Die kleinen herumschwimmenden Teilchen enthalten Olivenstücke, Wasser und Enzyme und lassen das Öl trüb erscheinen.
In unserem Ratgeber erfahren Sie alles über die Olivenölherstellung
Bei ungefilterten Ölen handelt es sich um sehr frische Olivenöle, also Öle, welche frisch kaltgepresst oder kaltextrahiert wurden. Hier kann der Verbraucher sicher sein, dass das Öl frisch ist und garantiert von der letzten Ernte stammt. Zudem ist das Öl reich an Polyphenolen und gesunder Inhaltsstoffe. Das Öl hat meist einen kräftigen Geschmack mit einer gewissen Bitterkeit und Schärfe. Das ungefilterte Olivenöl kann prima für Salate, Gemüse und kalte Speisen verwendet werden.
Folgende Dinge sollten Sie bei ungefilterten Olivenölen beachten:
Mit der Zeit setzen sich kleine Schwebstoffe, welche sich noch im Öl befinden, am Flaschenboden ab. Dies ist nicht schädlich, sondern ein ganz natürlicher Prozess. Die Haltbarkeit von naturtrüben Olivenölen beträgt etwa ein Jahr, deshalb sollten sie schnellstmöglich verbraucht werden. Der Rauchpunkt liegt in etwa bei 130 °Celsius, wodurch das Öl nicht unbedingt zum Braten verwendet werden sollte.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das naturtrübe Olivenöl zu filtern, indem man es für eine gewisse Zeit ruhen lässt, bis sich auf natürliche Weise die Schwebstoffe am Boden abgesetzt haben. Im Allgemeinen wird dazu das frische Öl in große Edelstahlbehälter abgefüllt und luftdicht verschlossen. Bestenfalls stehen die Behälter in temperierten Hallen mit konstanten Temperaturen.
Das Öl ruht nun für etwa 3 bis 4 Monate, der Zeitraum ist allerdings von der Temperatur und der Olivensorte abhängig. Bei der natürlichen Filterung bleiben alle gesunden Bestandteile wie Polyphenole im hohen Maße erhalten. Nach der natürlichen Filterung hat das Öl das gleiche Aussehen wie ein gefiltertes Öl.
Einziger Nachteil dieser Methode ist die Zeit, die abgewartet werden muss, bis das Öl abgefüllt werden kann. Großproduzenten haben meist die Zeit nicht und müssen ihr Öl auf irgendeine Weise filtern, um es schnell auf den Markt zu bringen.
Das Olivenöl besitzt einen Rauchpunkt von etwa 180 °Celsius und ist für jede Nutzung in der kalten und warmen Küche geeignet. Ungefiltertes Olivenöl kann zum Braten, Kochen und Backen verwendet werden.
Aus unserer Erfahrung filtern griechische Kleinbauern ihr Olivenöl nicht. So verwendet man das Olivenöl der letzten Ernte so lange bis das frische Öl sich auf natürliche Weiße abgesetzt hat. Das frische Öl wird meist nur für Salate und Gemüse verwendet. Schmeckt besonders lecker zu Spinat.
Bevor das frische Olivenöl mechanisch gefiltert wird, ruht es meist für ein paar Tage in großen Edelstahltanks, um die gröberen Schwebstoffe absetzen zu lassen. Das Filtern dient einer verlängerten Haltbarkeit, indem Schwebstoffe und Feuchtigkeit entfernt werden. Bei dieser Art von Filterung kommen Baumwoll-, Papier-, oder Zellulosefilter zum Einsatz.
Unser Tipp: Köstliches griechisches Olivenöl aus der Koroneiki-Olive können Sie hier direkt im Taste of Koroni Shop bestellen. Das sortenreine Olivenöl aus handgepflügten Oliven duftet nach erntefrischen Oliven. Der mandelartig mild-fruchtige Geschmack erinnert an frisch gemähte Wiesen und grüne Äpfel.
Bio-Olivenöl nativ extra 0,5 Ltr.
Eine weitere Möglichkeit bietet die chemische Filterung von Olivenölen. Diese Methode verlängert die Haltbarkeit und zögert die unangenehme Geschmacksentwicklung hinaus. Bei dieser Filtermethode wird der Charakter der Olivensorte zerstört. Chemisch gefilterte Olivenöle schmecken daher alle mehr oder weniger gleich.
Wir filtern unser Olivenöl nicht. Wir denken, dass die verbleibenden Fruchtpartikel – ähnlich wie dem Fruchtfleisch beim Apfelsaft – den Geschmack und das Aroma deutlich verstärken und verbessern. Unser frisches Olivenöl füllen wir in große Edelstahltanks, wo sich dann die Schwebestoffe in 2 bis 3 Monaten mit Hilfe von Mutter Natur und der Schwerkraft auf natürliche Weise absetzen. Dabei wird das Öl jeden Monat in saubere Edelstahlbehälter umgefüllt, um so den Bodensatz zu entfernen.
Die Abfüllung erfolgt in der Regel Anfang Februar, so dass unser neues Olivenöl nativ extra bis Mitte Februar in unserem Shop erhältlich ist. Das klare Öl hat eine Rauchtemperatur von etwa 180 °Celsius und ist bestens zum Braten, Kochen und Backen geeignet.
Fazit: Was schmeckt besser – ein ungefiltertes Olivenöl oder gefiltertes Öl? Manche Leute sagen, dass das Filtern wenig Einfluss auf den Geschmack hat. Andere argumentieren, dass die restlichen Fruchtpartikel in einem naturtrüben Olivenöl ein zusätzliches Aroma geben. Wie bei so vielen Dingen ist dies wahrscheinlich eher eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Marc Mayer ist Olivenbauer auf dem Peloponnes in der Region Messenien und spezialisiert auf nachhaltige Bodenpflege. Seit 2013 bewirtschaftet er mit seiner Frau rund 800 Koroneiki-Bäume und produziert natives Olivenöl extra. Mit Mist, Komposttee und Pflanzenfermenten baut er Humus auf, um die Wasserspeicherung der Böden langfristig zu verbessern. Seine Kalamata-Oliven wurden 2018 beim Great Taste Award in London mit drei Sternen ausgezeichnet.
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Die Auswirkung der Filterung hängt von chemischen und sensorischen Eigenschaften des Ausgangsöles, der Art der Filtermethode und der Lagerbedingungen ab. Eine Filterung kann sich ebenfalls negativ auf eine Vielzahl von Parametern auswirken.
UC Davis Olive Center