Marc Mayer | 13.03.2026
Unsere Olivenhaine liegen in Messenien auf dem Peloponnes im Süden Griechenlands, der Heimat der Koroneiki-Olive (gr. Κορωνέικη) und der Kalamata-Olive. In dritter Generation pflegen wir hier über 800 Olivenbäume auf sechs verschiedenen Hainen rund um Koroni. Vom Bodenmanagement über Schädlingskontrolle bis zur Ernte zeigen wir, wie unser naturbelassenes Olivenöl entsteht.

Der Großteil unserer Haine besteht aus Koroneiki-Olivenbäumen (Olea europaea „Koroneiki“), einer der weitverbreitetsten Olivensorten Griechenlands. Die kleinen Früchte besitzen einen hohen Ölgehalt, aus dem wir unser erntefrisches Olivenöl mit mild-fruchtigem Aroma gewinnen. Viele dieser Bäume sind bereits über 80 Jahre alt, vereinzelt sogar über 120 Jahre.
Neben der Koroneiki wachsen in einigen Hainen auch Kalamon-Oliven. Diese größere, mandelförmige Sorte wird nicht zu Öl verarbeitet, sondern traditionell als Tafelolive geerntet und natürlich fermentiert.

Hitze und lange Trockenperioden prägen den Olivenanbau in Messenien. Da unsere Olivenhaine nicht künstlich bewässert werden, ist für uns die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens entscheidend.
Ein lebendiger, humusreicher Boden ist entscheidend für gesunde Olivenbäume. Deshalb setzen wir überwiegend auf organische Düngung mit Mist, Kompost und pflanzlichen Fermenten. Diese Materialien werden von Mikroorganismen zersetzt, fördern den Humusaufbau und verbessern so nachhaltig die Bodenqualität.
Dadurch speichert der Boden mehr Wasser und versorgt die Bäume besser mit Nährstoffen. Um das Bodenleben und die Widerstandskraft der Bäume zu stärken, verwenden wir selbst hergestellten Komposttee.
Mehr über Bodenpflege und Düngung in unserem Olivenhain

Wir verzichten auf künstliche Bewässerung und Brunnenbohrungen, um die Grundwasserreserven der Region zu schonen. Unsere Bäume haben dadurch über Jahrzehnte ein tiefes Wurzelsystem entwickelt.
Drei Maßnahmen für eine bessere Wassernutzung:
Trockene Bedingungen senken den Schädlingsdruck, da die Olivenfliege feuchte Bedingungen bevorzugt. Gleichzeitig kann moderater Wasserstress den Gehalt an Polyphenolen im Öl erhöhen. Doch diese Trockenheit hat auch ihre Grenzen. In extremen Dürreperioden, wie wir sie 2025 erlebten, schrumpelten die Früchte und fielen teilweise vom Baum.
In unseren Olivenhainen verzichten wir auf chemische Pestizide. Stattdessen setzen wir auf Artenvielfalt: Viele Insekten und Tiere helfen dabei, Schädlinge im Hain auf natürliche Weise zu minimieren.

Unsere Haine sind mehr als reine Anbauflächen. Zwischen den Bäumen wachsen viele Kräuter und andere Wildpflanzen wie wilder Thymian, Throubi und verschiedene Wildblumen.
In den Randbereichen lassen wir bewusst Büsche und Sträucher stehen, die Vögeln Nistplätze bieten und anderen Tieren als Rückzugsraum dienen. So ist ein vielfältiger Lebensraum entstanden, in dem neben zahlreichen Insekten auch Tiere wie Schakale, Wildschweine oder Hasen leben.

Die größte Herausforderung in unseren Olivenhainen ist die Olivenfliege (Bactrocera oleae). Sie legt ihre Eier in die Olive, und die Larven ernähren sich vom Fruchtfleisch. Dadurch kann sowohl die Erntemenge als auch die Qualität des Olivenöls erheblich beeinträchtigt werden.
Deshalb beobachten wir ihre Entwicklung sehr genau. Zu Beginn der Fruchtbildung hängen wir Kontrollfallen auf, um die Aktivität der Fliegen frühzeitig zu erkennen. Chemische Pestizide setzen wir nicht ein. Stattdessen arbeiten wir mit Lockstofffallen, mineralischen Schutzmitteln wie Kaolin und einem luftigen Baumschnitt. So begrenzen wir den Befall und schützen die Qualität der Oliven.
Mehr über die wichtigsten Schädlinge im Olivenanbau und unsere Methoden erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Schädlingsschutz in unserem Hain.
Wir ernten in unseren Hainen in Handarbeit mit Auffangnetzen, Rechen und pneumatischen Kämmen, eine Methode die Baum und Frucht schont. Große Erntemaschinen kommen bei uns nicht zum Einsatz. Um Vögel und andere Tiere während der Olivensaison zu schützen, ernten wir ausschließlich tagsüber (Bird-Safe-Ernte).

Der Reifegrad entscheidet maßgeblich über Geschmack und Inhaltsstoffe des Olivenöls:
Mehr über unsere Methoden im Ratgeber Olivenernte
Nach der Ernte zählt jede Stunde, um Oxidation und Gärung zu vermeiden. Um hochwertiges natives Olivenöl extra herzustellen, bringen wir die frisch geernteten Oliven noch am selben Tag zur Ölmühle. Zwischen Ernte und Verarbeitung liegen meist nur wenige Stunden. Die Verarbeitung erfolgt bei maximal 27 °C (Kaltextraktion), damit Aromen, Polyphenole und Antioxidantien möglichst gut erhalten bleiben.
Wie kaltgepresstes Olivenöl entsteht, erfahren Sie in unserem Ratgeber Olivenölherstellung