Marc Mayer | 21.02.2026
Hochwertige Speiseöle sind ein wichtiger Bestandteil einer bewussten Küche. Doch woran erkennt man echte Qualität zwischen all den Angeboten im Supermarkt? Ein hoher Preis allein ist kein Garant für Geschmack und Reinheit. In diesem Artikel finden Sie 9 konkrete Tipps, worauf Sie beim Kauf achten sollten, damit Sie ein wirklich gutes Olivenöl erkennen.
Gutes Olivenöl kaufen: Die Qual der Wahl - Gute Olivenöle sind nicht immer leicht zu erkennen
Gutes Olivenöl muss vor allen Dingen vor direktem Sonnenlicht geschützt werden. Ultraviolette Strahlen schaden einem guten Olivenöl. Auch wenn beim Kauf die Ästhetik der Flasche und Verpackung kaufentscheidend ist, sollte Olivenöl nicht in transparente Flaschen abgefüllt sein. Durch UV-Licht gehen Geschmacksstoffe verloren, das Öl oxidiert und wird schneller ranzig.
Außerdem wirkt sich Sonnenlicht negativ auf die gesunden Inhaltsstoffe aus und zerstört wertvolle Vitamine. Ebenfalls nicht geeignet sind Plastikflaschen, aus ihnen könnte das Öl beispielsweise chemische Komponenten herauslösen. Deshalb verkaufen wir von Taste of Koroni unser natives Olivenöl extra in braunen Glasflaschen oder in Weißblechkanistern.
Hochwertiges Olivenöl können Sie mitunter auch am Preis erkennen. Olivenöl welches gut und günstig ist, gibt es nicht. Ein hochwertiges Öl erfordert viel Handarbeit, äußerste Sorgfalt und viel Erfahrung. Das kostet viel Zeit, in der keine Spitzenleistungen im Ertrag möglich sind wie in moderner, intensiver Olivenerzeugung.
Im traditionellen Anbau gewinnt ein Erzeuger etwa 50 bis 70 Kilogramm Oliven im Jahr von einem Olivenbaum. Werden die Früchte dann optimal mit Blick auf höchste Qualität verarbeitet, entstehen daraus etwa 7 bis 10 Liter Öl - je nach Anbaugebiet, Olivensorte und Erntezeitpunkt.
Angesichts der Arbeit, die hinter einem guten Olivenöl steckt, kann ein Liter also kaum 8 Euro (4 Euro pro 500 ml-Flasche) im Supermarkt kosten. Darüber hinaus sind die Chancen eher gering im Supermarkt unter den Massenproduktionen echte Spitzenöle zu finden. Mit diesen vergleichsweisen billigen Ölen kaufen Sie sich nicht nur eine mitunter zweifelhafte Qualität, sondern unterstützen auch die industrielle Olivengewinnung mit all ihren Schattenseiten – wie die Ausbeutung der Erntehelfer und der Erzeuger sowie den Raubbau an der Natur im Anbaugebiet.
Etwa 15 bis 25 Euro pro Liter sollte Olivenöl vom Olivenbauern kosten. Dann dürfen Sie eine exquisite und ehrliche Qualität mit einem ausgeprägten Aroma aus sorgfältiger Handarbeit und Verarbeitung erwarten. Nach oben sind dem Preis keine Grenzen gesetzt.
Die Bezeichnung „Natives Olivenöl extra“ oder „Olivenöl nativ extra“ ist die höchste Qualitätsstufe bei Olivenöl. Der geschützte Begriff, darf nur verwendet werden, wenn das Öl keine Fehler im Geschmack aufweist. Bei der chemischen Analyse muss das Öl die von der EU festgelegten Parameter erfüllen.
Oft wird zusätzlich der Begriff „kaltgepresst“ oder „kaltextrahiert“ angegeben. Diese Angabe ist nichts Besonderes und bezieht sich auf die Herstellung des Olivenöls. Laut EU-Verordnung muss Olivenöl auf diese Art gewonnen werden, um in der EU überhaupt verkauft werden zu dürfen. Leider fehlt bei vielen Olivenölen die Bezeichnung „Extra“ was auf ein minderwertiges Öl mit qualitativen und geschmacklichen Fehlern hinweist.
Etiketten sollen Verbraucher informieren. Sie können sie auch verwirren und fehlleiten. Achten Sie genau auf die Bezeichnungen und darauf, welche Angaben das Etikett eines Olivenöls überhaupt enthält. Fehlen bestimmte Angaben, kann das ein Hinweis darauf sein, dass der Hersteller etwas zu verbergen hat.
Olivenöl Etikett richtig lesen - 10 Tipps wie Sie gutes Olivenöl erkennen Bildquelle: © Taste of Koroni
Folgende Bezeichnungen helfen Ihnen:
Verbraucher lieben Gütesiegel und Prämierungen – geben sie ihnen doch das gute Gefühl, ein exzellentes Produkt zu kaufen. Ob Sie aber wirklich ein gutes Olivenöl vor sich haben, sagt Ihnen eine Auszeichnung oder Testergebnis nicht unbedingt. Die Siegel können Kriterien oft beliebig festlegen, so manches Mal ist die Gewichtung der Kriterien undurchsichtig.
Ein Testsieger muss also weder geschmacklich noch qualitativ ein Sieger sein. Schauen Sie also genau hin, was das Siegel beinhaltet. Lassen Sie sich nie ausschließlich von einem Testergebnis zum Kauf verführen.
Kenner verkosten Olivenöle, bevor sie sie kaufen, ähnlich wie es Weinkenner mit den edlen Tropfen aus der Traube tun. Sie betrachten es im Glas, schwenken es, schnuppern und nippen schließlich daran. Warum? Weil ihnen schon der Geschmack des Öls, sein Geruch, seine Farbe und sein Aussehen einiges über die Qualität eines guten Olivenöls verraten. Letztendlich können nur Sie selber entscheiden, welches Öl Ihnen schmeckt.
Der Geschmack eins echten nativen Olivenöls extra setzt sich aus drei Komponenten zusammen: fruchtig, bitter und scharf. Welche Note überwiegt, bestimmen Alter des Olivenöls, Olivensorte, Reifegrad der Oliven und die Gewinnungsmethode. In jedem Fall sollten Sie hochwertiges Olivenöl neben seinem fruchtigen Aroma an einer leicht bitteren Note erkennen. Darüber hinaus schmeckt gutes Olivenöl frisch. Wie Sie merken, ob ein Olivenöl schlecht ist?
Bitterkeit und Schärfe werden von einigen Menschen als negativ empfunden, doch gerade diese Qualitätsmerkmale zeichnen ein gutes Öl aus. Die Bitterkeit ist auf die sogenannten Polyphenole (Antioxidantien) zurückzuführen und wird von der Olivensorte sowie dem Reifegrad der Oliven bestimmt. Unreife, grün geerntete Oliven bringen einen eher schärferen Geschmack hervor und das Olivenöl kratzt im Hals. Je reifer die Oliven geerntet werden, desto harmonischer und milder schmeckt das Olivenöl.
Unsere Empfehlung: Ist Ihnen ein Öl allerdings doch einmal zu scharf und bitter, lassen Sie es einfach noch reifen. Im Verlauf von einigen Wochen oder Monaten wird das Olivenöl milder.
Unser Tipp: Köstliches griechisches Olivenöl aus der Koroneiki-Olive können Sie hier direkt im Taste of Koroni Shop bestellen. Das sortenreine Olivenöl aus handgepflügten Oliven duftet nach erntefrischen Oliven. Der mandelartig mild-fruchtige Geschmack erinnert an frisch gemähte Wiesen und grüne Äpfel.
Bio-Olivenöl nativ extra 0,5 Ltr.
Der Geruch ist bei der Verkostung ein weiterer Qualitätsindikator. Wenn Sie Ihr Glas schwenken und daran schnuppern, sollte Ihnen ein angenehmer frischer Duft in die Nase steigen. Aromen wie von grünen Oliven, von Artischocke oder auch von einer gerade gemähten Wiese sind ein Indikator für gutes Olivenöl.
Erinnert Sie der aufsteigende Duft dagegen eher an Wein, Essig oder Heu, sollten Sie Abstand vom Kauf nehmen. Dieses Öl ist aus minderwertigen Oliven gewonnen, die entweder nicht sofort nach der Ernte weiterverarbeitet wurden und begannen zu fermentieren oder bereits überreif waren. Ihr Gehalt an wertvollen Polyphenolen ist deutlich geringer – und damit auch der des Öls.Wenn Sie bei der Verkostung Ihr Öl in ein transparentes Glas gießen, kann es einen grün- bis goldgelben, tief- oder hellgrünen Ton haben. Die Farbe eines Olivenöls stellt kein besonderes Qualitätskriterium dar und hängt von vielen Faktoren ab, darunter Nährstoffgehalt und Zusammensetzung des Bodens und Exposition von Früchten und Öl gegenüber Sauerstoff. Letzteres kann die Farbe durch Oxidation beeinflussen. Diese Öle erscheinen dann eher tief gelb und sind recht dunkel.
Die Konsistenz – oder Viskosität – eines Olivenöls lässt sich ebenfalls bei einer Verkostung hervorragend beurteilen. Hier verhält es sich genau umgekehrt wie bei einem guten Balsamico. Ein gutes Olivenöl ist eher dünnflüssig. Darüber hinaus ist die Viskosität ähnlich wie die Farbe, kein herausragendes Qualitätsmerkmal.
Die Konsistenz gilt nicht als Hauptkriterium für ein gutes Olivenöl. Tendenziell sind hochwertige Öl jedoch dünnflüssig und lassen sich leicht ausgießen. Minderwertige Öle können dagegen dickflüssiger sein.
Mischung werden aus aromatischen Ölen verschiedener Olivensorten, welche jeweils zum idealen Reifegrad geerntet und gepresst wurden hergestellt. Olivenöl Blends gibt es heute schon, nur entstehen sie eben dadurch, dass auf einem Olivenhain mehrere Sorten angebaut werden und es zu aufwendig wäre, die Olivenbäume zu unterschiedlichen Zeiten, entsprechend ihrer optimalen Erntereife getrennt voneinander zu ernten und zu verarbeiten.
Sortenreines Olivenöl wird nur aus einer bestimmten Olivenart hergestellt. Wer ein charaktervolles und aromatisches Öl sucht, der sollte zu einem sortenreinen Olivenöl (Monocultivar) greifen. Übrigens unser Taste of Koroni Olivenöl wird ausschließlich aus handgeernteten Koroneiki Oliven gewonnen.
In der Regel werden gute Olivenöle mit einem feinmaschigen Sieb mechanisch gefiltert, um sie von Schwebstoffen wie kleinen Partikeln des Fruchtfleisches zu befreien. Anschließend reift das Öl für zwei bis drei Monate unter Luftabschluss in Edelstahltanks. In dieser Zeit setzen sich die Schwebstoffe als Sediment am Boden ab.
Ein so gefiltertes Öl kann auch in der Flasche noch Trübungen enthalten. Die kommen bei chemisch gefilterten Ölen nicht vor. Im Gegensatz zu der chemischen Filtermethode beeinträchtigt das mechanische Verfahren den Geschmack aber nicht. Naturtrübe, frische Öle sollten in den ersten zwei Monaten nach der Herstellung nicht über 140° C erhitzt werden. In dieser Zeit stellen sie jedoch eine sehr gesunde Delikatesse für Salate, Aufstriche oder auf dem Brot dar.
Das sedimentierte Öl dagegen kann genauso hoch erhitzt werden wie sein chemisch gefiltertes Pendant und ist damit vielseitig in der Küche verwendbar.
Nachdem Sie jetzt einen guten Überblick haben, was ein gutes Olivenöl auszeichnet, hier noch einige Punkte, die Ihnen helfen, weniger gute Öle auszusortieren:
Den besten Ruf bei Verbrauchern hat das italienische Olivenöl. Dabei bestimmt nicht die Herkunft der Oliven, aus welchen Früchten ein gutes Olivenöl gepresst wird. Jede Anbauregion bringt mit ihren Umwelt- und Bodenbedingungen und den typischen, dort angebauten Olivensorten ihr ganz eigenes Aroma im Öl mit.
Hervorragende Öle können jedoch aus jeder Region stammen – ganz gleich, ob aus Griechenland, Italien oder Spanien. Hier entscheidet schlicht Ihr persönlicher Geschmack, wenn die Qualitätsfaktoren stimmen. Welches Land ist der größte Olivenölproduzent?
Marc Mayer ist Olivenbauer auf dem Peloponnes in der Region Messenien und spezialisiert auf nachhaltige Bodenpflege. Seit 2013 bewirtschaftet er mit seiner Frau rund 800 Koroneiki-Bäume und produziert natives Olivenöl extra. Mit Mist, Komposttee und Pflanzenfermenten baut er Humus auf, um die Wasserspeicherung der Böden langfristig zu verbessern. Seine Kalamata-Oliven wurden 2018 beim Great Taste Award in London mit drei Sternen ausgezeichnet.
Unsere Geschichte21.02.2026 | Marc Mayer
Bitterkeit ist ein Qualitätsmerkmal für hohen Polyphenolgehalt. Sie entsteht durch frühe Ernte und schonende Herstellung. Da Olivenöl diese Antioxidantien mit der Zeit abbaut, ist die Bitternote der einzig echte Beweis für die Frische.
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Dass Olivenöl gesund ist, weiß man schon lange. Schon in den 60er Jahren vermutete man, dass die Menschen am Mittelmeer ein Geheimnis haben müssen, weil ihre Lebenserwartung damals deutlich höher
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Gute Olivenöle lassen sich vor allem am Geschmack und Geruch erkennen. Exzellente Öle weisen fruchtige, scharfe und bittere Noten auf – wobei bitter und scharf einen hohen Gehalt gesunder Polyphenole erkennen lässt. Der Duft ist frisch und grün. Farbe und Konsistenz sind dagegen keine zentralen Qualitätskriteri.